Zurück zur analogen 'Wärme'
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mb
Die Physik neu erfunden...
... oder zu gut Amerikanisch:
BULLS***!
Gleiten wir nun in die Metaphysik ab?
Gruss
Micha
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BULLS***!
Gleiten wir nun in die Metaphysik ab?
Gruss
Micha
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Heinrich
Digital ist NICHT PER SE besser
Hallo Rainer,
es ist ein klein wenig albern mit welcher Beharrlichkeit Du darauf bestehst, daß die analoge Domäne per se die schlechtere sei. Weil es schlicht nicht stimmt...
Ein altes Röhrenmikrophon (am besten mit alter, verhärteter Membran) macht Fehler. Dies ist unbestritten. Wenn es aber genau diese Fehler sind, die ich/der Künstler hören will und ich sie so KREATIV in die Aufnahme / den Mix einbinden kann, spricht NICHTS dagegen. Denn es gibt keine RICHTIGE KlangÄSTHETIK - es gibt nur eine plausible, in sich schlüssige Ästhetik, die dem Künstler/dem Produzenten/dem Hörer gefällt.
Und es gibt genügend ANALOGE Geräte, für die es aus klanglicher Sicht KEIN digitales Pendant gibt (was inzwischen natürlich auch umgekehrt gilt).
Woher also dieser Alleinanspruch auf gültige klangliche Weisheit?
Zu guter letzt zählt NUR das Endergebnis. Und wenn DU hier in der Regel eine gewisse Ästhetik bevorzugst, solltest Du nicht ZWINGEND daraus ableiten, daß sie "besser" ist. Nichts für ungut...
Gruss,
Heinrich
es ist ein klein wenig albern mit welcher Beharrlichkeit Du darauf bestehst, daß die analoge Domäne per se die schlechtere sei. Weil es schlicht nicht stimmt...
Ein altes Röhrenmikrophon (am besten mit alter, verhärteter Membran) macht Fehler. Dies ist unbestritten. Wenn es aber genau diese Fehler sind, die ich/der Künstler hören will und ich sie so KREATIV in die Aufnahme / den Mix einbinden kann, spricht NICHTS dagegen. Denn es gibt keine RICHTIGE KlangÄSTHETIK - es gibt nur eine plausible, in sich schlüssige Ästhetik, die dem Künstler/dem Produzenten/dem Hörer gefällt.
Und es gibt genügend ANALOGE Geräte, für die es aus klanglicher Sicht KEIN digitales Pendant gibt (was inzwischen natürlich auch umgekehrt gilt).
Woher also dieser Alleinanspruch auf gültige klangliche Weisheit?
Zu guter letzt zählt NUR das Endergebnis. Und wenn DU hier in der Regel eine gewisse Ästhetik bevorzugst, solltest Du nicht ZWINGEND daraus ableiten, daß sie "besser" ist. Nichts für ungut...
Gruss,
Heinrich
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Rainer
Re: Ich sehe das Problem wo ganz anders
Hallo Rackerlui,
Du schreibst: "die digital-analog diskussion ist ein sehr alter hut und viele haben es immernoch nicht verstanden beides miteinander zu kombinieren."
Ich sehe das anders, denn ich sehe keinen Anlaß, analoge und digitale Technik miteinander zu kombinieren und schon gar nicht veraltete Technik mit neuer.
Der Grund liegt auf der psychologischen Ebene, nämlich daß die meisten Musiker (und auch Tontechniker/-ingenieur/-meister) eben so stur sind, mal neue Wege zu gehen. Das wurde mir vor Jahren schon (da steckte die Digitaltechnik noch in den Kinderschuhen) von einem Ingenieur vom ZDF gesagt. Die Sturheit, mal seinen eigenen Ohren klar zu machen, daß sie sich jahrelang/jahrzehntelang an einen Sound gewöhnt haben der objektiv Mängel enthält. Seien es die Sättigungsverzerrungen des Analogbandes oder seien es die gekrümmten Röhrenkennlinien die einen gewissen Sound hervorrufen oder was auch immer. Es ist eine typisch menschliche Masche, daß man etwas woran man sich jahrelang gewöhnt hat nur schwer wieder abgewöhnen will.
Ich habe früher auch noch mit Röhren gebaut und ich habe als Abschlußarbeit in der Schule über Röhren geschrieben und ich bin auch noch mit der analogen Schaltungstechnik groß geworden, sowohl in meiner Lehrzeit als auch in meinem Studium. Und ich habe lange Jahre mit analoger Tontechnik (vor allem Aufzeichnungsmedium) gearbeitet. Aber ich habe dann strikt auf digital umgestellt und möchte heute keine analoge Aufnahme mehr machen, weil mich die Unzulänglichkeiten stören. Natürlich wäre es Unsinn, wenn ein Studio was lange Jahre analog gearbeitet hat seine sämtlichen analogen (Effekt)geräte rausschmeißen würde um sie durch digitale zu ersetzen. Aber bei Neuanschaffungen nochmals Analoggeräte kaufen wenn es ein digitales Pendant dafür gibt, halte ich für engstirnig. Es gibt heute genügend große Studios, die kein einziges Analoggerät (außer Mikrofone und Lautsprecher) mehr haben und diese machen gewiß keine schlechten Produktionen, zumindest nicht schlechter als vergleichbare renommierte.
Als ich in den 80-er Jahren die erste Schallplatte hörte deren Master digital aufgenommen wurde, war ich auch erst mal schockiert und konnte kaum glauben, daß das so klingt wie es dort klang. Aber je mehr ich diese Platte hörte, desto mehr fielen mir die analogen Mängel herkömmlicher Technik auf und desto weniger war ich geneigt, das gleiche Musikwerk von meiner analogen Platte mit all ihren Dreckeffekten zu hören. Und genauso geht es mir heute: Ich möchte keine Analogaufnahme mehr machen, weil mich die Dreckeffekte stören.
Wäre denn auch nur ein einziger Musiker bereit, jahrelang mit einem ständig verstimmten Instrument zu musizieren, bis ihn eines Tages mal einer darauf aufmerksam macht, daß eben sein Instrument verstimmt ist und es ihm korrekt stimmt? Ob er sich dann wieder für das verstimmte Instrument entscheidet?
Ich glaube es kaum.
Solange Musiker und Techniker nicht bereit sind, mal neue Wege zu gehen, werden solche Diskussionen niemals enden. Das Beamtenmotto "das haben wir schon immer so gemacht", "das machen wir schon seit Jahren so", "das geht nicht anders" oder sonst was ist hier wirklich fehl am Platze.
MfG
Rainer
Du schreibst: "die digital-analog diskussion ist ein sehr alter hut und viele haben es immernoch nicht verstanden beides miteinander zu kombinieren."
Ich sehe das anders, denn ich sehe keinen Anlaß, analoge und digitale Technik miteinander zu kombinieren und schon gar nicht veraltete Technik mit neuer.
Der Grund liegt auf der psychologischen Ebene, nämlich daß die meisten Musiker (und auch Tontechniker/-ingenieur/-meister) eben so stur sind, mal neue Wege zu gehen. Das wurde mir vor Jahren schon (da steckte die Digitaltechnik noch in den Kinderschuhen) von einem Ingenieur vom ZDF gesagt. Die Sturheit, mal seinen eigenen Ohren klar zu machen, daß sie sich jahrelang/jahrzehntelang an einen Sound gewöhnt haben der objektiv Mängel enthält. Seien es die Sättigungsverzerrungen des Analogbandes oder seien es die gekrümmten Röhrenkennlinien die einen gewissen Sound hervorrufen oder was auch immer. Es ist eine typisch menschliche Masche, daß man etwas woran man sich jahrelang gewöhnt hat nur schwer wieder abgewöhnen will.
Ich habe früher auch noch mit Röhren gebaut und ich habe als Abschlußarbeit in der Schule über Röhren geschrieben und ich bin auch noch mit der analogen Schaltungstechnik groß geworden, sowohl in meiner Lehrzeit als auch in meinem Studium. Und ich habe lange Jahre mit analoger Tontechnik (vor allem Aufzeichnungsmedium) gearbeitet. Aber ich habe dann strikt auf digital umgestellt und möchte heute keine analoge Aufnahme mehr machen, weil mich die Unzulänglichkeiten stören. Natürlich wäre es Unsinn, wenn ein Studio was lange Jahre analog gearbeitet hat seine sämtlichen analogen (Effekt)geräte rausschmeißen würde um sie durch digitale zu ersetzen. Aber bei Neuanschaffungen nochmals Analoggeräte kaufen wenn es ein digitales Pendant dafür gibt, halte ich für engstirnig. Es gibt heute genügend große Studios, die kein einziges Analoggerät (außer Mikrofone und Lautsprecher) mehr haben und diese machen gewiß keine schlechten Produktionen, zumindest nicht schlechter als vergleichbare renommierte.
Als ich in den 80-er Jahren die erste Schallplatte hörte deren Master digital aufgenommen wurde, war ich auch erst mal schockiert und konnte kaum glauben, daß das so klingt wie es dort klang. Aber je mehr ich diese Platte hörte, desto mehr fielen mir die analogen Mängel herkömmlicher Technik auf und desto weniger war ich geneigt, das gleiche Musikwerk von meiner analogen Platte mit all ihren Dreckeffekten zu hören. Und genauso geht es mir heute: Ich möchte keine Analogaufnahme mehr machen, weil mich die Dreckeffekte stören.
Wäre denn auch nur ein einziger Musiker bereit, jahrelang mit einem ständig verstimmten Instrument zu musizieren, bis ihn eines Tages mal einer darauf aufmerksam macht, daß eben sein Instrument verstimmt ist und es ihm korrekt stimmt? Ob er sich dann wieder für das verstimmte Instrument entscheidet?
Ich glaube es kaum.
Solange Musiker und Techniker nicht bereit sind, mal neue Wege zu gehen, werden solche Diskussionen niemals enden. Das Beamtenmotto "das haben wir schon immer so gemacht", "das machen wir schon seit Jahren so", "das geht nicht anders" oder sonst was ist hier wirklich fehl am Platze.
MfG
Rainer
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Hendrik
Re: Ich sehe das Problem wo ganz anders
Hallo Rainer,
ich denke, dass Dein Ansatz nicht ganz widerspiegelt, wobei es in unserem "Job" geht.
Wir sind - jedenfalls meiner Auffassung nach - keine reinen Dokumentaristen.
Die Aufnahme von Musik besteht nicht aus reiner Dokumentation sondern ist ein Bestandteil des kreativen Prozesses. Wenn man sich so definiert wird man sehr schnell bemerken, dass man mit Dogmen nicht sehr weit kommt.
Du sprichst sehr oft von Mängeln der Analogtechnik. Warum Mängel?
Aus technischer bzw. physikalischer Sicht hast Du natürlich Recht, allerdings muss man sich die Frage stellen, ob dies unser Maß sein sollte.
Geht es nicht vielmehr darum eine Klangästhetik zu erreichen, die wir bzw. der Künstler/ Produzent vermitteln möchte?
Wenn man dies zu Grunde legt, wird man sehr schnell merken, dass beide Methoden (Analog & Digital) ihre Berechtigung haben.
Auch Dein Einwand, dass es eine Marotte des Menschen ist, sich nur schwer von Hörgewohnheiten zu verabschieden, halte ich für kein schlagendes Argument.
Was soll daran falsch sein?
Auf der rein musikalischen Ebene wird es jedem zugestanden, dass er immer noch gerne Beethoven & Schubert hört. Was ist dort - abgesehen von der musikalisch kreativen Meisterleistung dieser Komponisten - mit den reinen Hörgewohnheiten? Soll ich mich davon verabschieden? Veraltet?
Wohl kaum. Ist Stockhausen nun besser, weil er ein völlig anderes Hörereignis bot?
Ich denke nicht.
Auch wenn dieser Vergleich an der ein oder anderen Stelle hinkt, hoffe ich doch deutlich gemacht zu haben worum es mir geht.
Nicht alles was objektiv physikalisch "schlechter" ist als ein neueres Pendant verliert seine Existenzberechtigung. Wenn es dazu dient einen Klangeindruck zu erzielen der Gewünscht ist, nur zu.
Wenn mich die Klangfarbe des ein oder anderen Gerätes stört und ich lieber eine "neutrale" Bearbeitung wünsche, greife ich auf ein anderes oftmals digitales Instrument zurück, welches mir diesen Wunsch erfüllt.
Warum sollte ich mich aber auf ein reines Digitalsystem beschränken? Es gibt einfach keinen Grund.
Natürlich sind viele der analogen Geräte aus heutiger Sicht Effektgeräte, obwohl sie "damals" nicht so konzipiert waren. Da stimme ich mit Dir vollkommen überein. Aber man sollte eben nicht jedem, der Analogtechnik verwendet (oder auch neu erwerbt) absprechen, dass er bewust macht, da er genau diesen Effekt wünscht. Und es ist unbestreitbar, dass viele dieser "Effekt"geräte digital nicht zu simulieren sind.
Wenn man weiß, welches Gerät oder welche Technik wo Ihre Stärken und Schwächen hat, ist eine Kombination aus Beidem sehr zu empfehlen...
Lieben Gruß
Hendrik
ich denke, dass Dein Ansatz nicht ganz widerspiegelt, wobei es in unserem "Job" geht.
Wir sind - jedenfalls meiner Auffassung nach - keine reinen Dokumentaristen.
Die Aufnahme von Musik besteht nicht aus reiner Dokumentation sondern ist ein Bestandteil des kreativen Prozesses. Wenn man sich so definiert wird man sehr schnell bemerken, dass man mit Dogmen nicht sehr weit kommt.
Du sprichst sehr oft von Mängeln der Analogtechnik. Warum Mängel?
Aus technischer bzw. physikalischer Sicht hast Du natürlich Recht, allerdings muss man sich die Frage stellen, ob dies unser Maß sein sollte.
Geht es nicht vielmehr darum eine Klangästhetik zu erreichen, die wir bzw. der Künstler/ Produzent vermitteln möchte?
Wenn man dies zu Grunde legt, wird man sehr schnell merken, dass beide Methoden (Analog & Digital) ihre Berechtigung haben.
Auch Dein Einwand, dass es eine Marotte des Menschen ist, sich nur schwer von Hörgewohnheiten zu verabschieden, halte ich für kein schlagendes Argument.
Was soll daran falsch sein?
Auf der rein musikalischen Ebene wird es jedem zugestanden, dass er immer noch gerne Beethoven & Schubert hört. Was ist dort - abgesehen von der musikalisch kreativen Meisterleistung dieser Komponisten - mit den reinen Hörgewohnheiten? Soll ich mich davon verabschieden? Veraltet?
Wohl kaum. Ist Stockhausen nun besser, weil er ein völlig anderes Hörereignis bot?
Ich denke nicht.
Auch wenn dieser Vergleich an der ein oder anderen Stelle hinkt, hoffe ich doch deutlich gemacht zu haben worum es mir geht.
Nicht alles was objektiv physikalisch "schlechter" ist als ein neueres Pendant verliert seine Existenzberechtigung. Wenn es dazu dient einen Klangeindruck zu erzielen der Gewünscht ist, nur zu.
Wenn mich die Klangfarbe des ein oder anderen Gerätes stört und ich lieber eine "neutrale" Bearbeitung wünsche, greife ich auf ein anderes oftmals digitales Instrument zurück, welches mir diesen Wunsch erfüllt.
Warum sollte ich mich aber auf ein reines Digitalsystem beschränken? Es gibt einfach keinen Grund.
Natürlich sind viele der analogen Geräte aus heutiger Sicht Effektgeräte, obwohl sie "damals" nicht so konzipiert waren. Da stimme ich mit Dir vollkommen überein. Aber man sollte eben nicht jedem, der Analogtechnik verwendet (oder auch neu erwerbt) absprechen, dass er bewust macht, da er genau diesen Effekt wünscht. Und es ist unbestreitbar, dass viele dieser "Effekt"geräte digital nicht zu simulieren sind.
Wenn man weiß, welches Gerät oder welche Technik wo Ihre Stärken und Schwächen hat, ist eine Kombination aus Beidem sehr zu empfehlen...
Lieben Gruß
Hendrik
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Rainer
Re: Nachtrag
Einen "Aberglauben" an die Meßtechnik gibt es nicht. Was physikalisch schlecht ist, ist schlecht. Technischer Fortschritt besteht in Verbesserungen und nicht in Verhistorisierungen.
Zeige mir auch nur einen EINZIGEN der ohne Meßtechnik eine Anlage auf physikalisch optimale Qualtitäsparameter einmessen kann - nur nach Gehör. Es gibt viele die sich einbilden sie können das. Aber noch keiner hat es geschafft. Wenn das möglich wäre, könnten wir und teure Entwicklungen von Meßequipment ersparen.
HÖREN dürfen wir unsere produzierten Kunstwerke und HÖREN dürfen wir bei der Beurteilung musikalischer Darbietungen. Für die Qualitätsbeurteilung von elekrischem Aufnahme- und Übertragungsgerät steht nun mal die Messung. Und was physikalisch/technisch gut ist, läßt auch vom Höreindruck keine Wünsche offen, anderenfalls ist die künstlerische Seite der Musikdarbietung mangelhaft oder die Ohren sind verbildet. Letzteres muß ich auch manchen Musikern unterstellen, die sich solche "verzerrenden" Verstärker o.a. kaufen. Ich jedenfalls habe es noch nie anders erlebt als daß das was physikalisch/technisch gut war, auch keine Mängel im Höreindruck hatte. Wenn ich heute Schallplatten höre, schalte ich nach wenigen Minuten ab - weil ich meine Ohren an die saubere digitale Wiedergabe gewöhnt habe und ich die Dreckeffekte nicht mehr hören kann und sie mich sofort stören wenn sie auftreten.
Eine technische Entwicklung darf nicht dahin gehen, daß man bewußt Mängel einbaut, bloß weil das dem (verbildeten) Ohr so gefällt.
MfG
Rainer
Zeige mir auch nur einen EINZIGEN der ohne Meßtechnik eine Anlage auf physikalisch optimale Qualtitäsparameter einmessen kann - nur nach Gehör. Es gibt viele die sich einbilden sie können das. Aber noch keiner hat es geschafft. Wenn das möglich wäre, könnten wir und teure Entwicklungen von Meßequipment ersparen.
HÖREN dürfen wir unsere produzierten Kunstwerke und HÖREN dürfen wir bei der Beurteilung musikalischer Darbietungen. Für die Qualitätsbeurteilung von elekrischem Aufnahme- und Übertragungsgerät steht nun mal die Messung. Und was physikalisch/technisch gut ist, läßt auch vom Höreindruck keine Wünsche offen, anderenfalls ist die künstlerische Seite der Musikdarbietung mangelhaft oder die Ohren sind verbildet. Letzteres muß ich auch manchen Musikern unterstellen, die sich solche "verzerrenden" Verstärker o.a. kaufen. Ich jedenfalls habe es noch nie anders erlebt als daß das was physikalisch/technisch gut war, auch keine Mängel im Höreindruck hatte. Wenn ich heute Schallplatten höre, schalte ich nach wenigen Minuten ab - weil ich meine Ohren an die saubere digitale Wiedergabe gewöhnt habe und ich die Dreckeffekte nicht mehr hören kann und sie mich sofort stören wenn sie auftreten.
Eine technische Entwicklung darf nicht dahin gehen, daß man bewußt Mängel einbaut, bloß weil das dem (verbildeten) Ohr so gefällt.
MfG
Rainer
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ThomasT
Re: Nachtrag
Hallo Rainer!
Ist ein Mikrofon mit "Präsensanhebung" bei 6-10Khz schon mangelhaft?
Ich gehe ja zu 90% mit deiner Meinung konform. Und in deinem Genre mag auch "1:1 -Abbildung" wichtiger sein. Aber wir Rockmusiker wollen halt gerne grösser, fetter, lauter erscheinen...und da ist unnatürliche Klanggestaltung das a und o. Eine Gitarre klingt eben verzerrt besser, ein Rockschlagzeug klingt unnatürlich. So klingt ein Drumset in Wirklichkeit kaum. Eine cleane Akustikgitarre wird komprimiert bis zum gehtnichtmehr um sich im eigl. teilweise schon übervollen Frequenzmix noch durchzusetzen.
Was ist technischer Mangel und was ist Klanggestaltung?Eine technische Entwicklung darf nicht dahin gehen, daß man bewußt Mängel einbaut, bloß weil das dem (verbildeten) Ohr so gefällt.
Ist ein Mikrofon mit "Präsensanhebung" bei 6-10Khz schon mangelhaft?
Ich gehe ja zu 90% mit deiner Meinung konform. Und in deinem Genre mag auch "1:1 -Abbildung" wichtiger sein. Aber wir Rockmusiker wollen halt gerne grösser, fetter, lauter erscheinen...und da ist unnatürliche Klanggestaltung das a und o. Eine Gitarre klingt eben verzerrt besser, ein Rockschlagzeug klingt unnatürlich. So klingt ein Drumset in Wirklichkeit kaum. Eine cleane Akustikgitarre wird komprimiert bis zum gehtnichtmehr um sich im eigl. teilweise schon übervollen Frequenzmix noch durchzusetzen.
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Rainer
Re: Nachtrag
Hallo Thomas,
Meine Aussage bezieht sich in erster Linie auf technische Fortschritte. Ich halte nichts davon, Qualitätsparamter die man durch das Know-How des Entwicklers verbessern kann bewußt schlecht zu machen, oder eine Technik zu verwenden die seit Jahrzehnten überholt ist. Ich meine damit in erster Linie der Übergang von Transistortechnik auf Röhrentechnik und dies oftmals noch mit Schaltungsdesigns, die man in den 30-er Jahren schon mal gemacht hat, weil man es damals noch nicht besser wußte oder weil es nichts besseres an Bauteilen gab.
Wenn Du also ein Gestaltungsgerät verwendest zur Klangeinstellung dann ist dies durchaus im Sinne des Künstlers legitim. Aber ich halte es für Unfug, z.B. einen Verstärker bewußt physikalisch schlecht zu bauen, nur um damit "Sound" zu erzeugen. Es ist ein Unterschied, ob ich Effektgeräte baue um bestimmte Klanggestaltungen zu realisieren, oder ob ich Geräte bewußt technisch schlecht baue um sie zur Soundgestaltung zu benutzen. Kein Mensch würde doch auf die Idee kommen und heute Radios bauen als "Geradeausempfänger" nur um den Sound des alten Volksempfängers zu realisieren, das Superhetprinzip ist doch Standard schon seit Jahrzehnten. Die Realisierung von Schaltungen mit Röhren, die man genausogut auch mit Halbleitern bewerkstelligen kann stellt einen technischen Rückschritt dar.
MfG
Rainer
Meine Aussage bezieht sich in erster Linie auf technische Fortschritte. Ich halte nichts davon, Qualitätsparamter die man durch das Know-How des Entwicklers verbessern kann bewußt schlecht zu machen, oder eine Technik zu verwenden die seit Jahrzehnten überholt ist. Ich meine damit in erster Linie der Übergang von Transistortechnik auf Röhrentechnik und dies oftmals noch mit Schaltungsdesigns, die man in den 30-er Jahren schon mal gemacht hat, weil man es damals noch nicht besser wußte oder weil es nichts besseres an Bauteilen gab.
Wenn Du also ein Gestaltungsgerät verwendest zur Klangeinstellung dann ist dies durchaus im Sinne des Künstlers legitim. Aber ich halte es für Unfug, z.B. einen Verstärker bewußt physikalisch schlecht zu bauen, nur um damit "Sound" zu erzeugen. Es ist ein Unterschied, ob ich Effektgeräte baue um bestimmte Klanggestaltungen zu realisieren, oder ob ich Geräte bewußt technisch schlecht baue um sie zur Soundgestaltung zu benutzen. Kein Mensch würde doch auf die Idee kommen und heute Radios bauen als "Geradeausempfänger" nur um den Sound des alten Volksempfängers zu realisieren, das Superhetprinzip ist doch Standard schon seit Jahrzehnten. Die Realisierung von Schaltungen mit Röhren, die man genausogut auch mit Halbleitern bewerkstelligen kann stellt einen technischen Rückschritt dar.
MfG
Rainer
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ThomasT
Re: Nachtrag
Dann sind wir uns ja einig.
Was hältst du (und die Mitleser) von der Behauptung EQs mit Spulen drin klängen besser als die mit Gyrator.
Manley baut ja z.B. den Massive Passive EQ. Und ich denke nicht das der schlecht ist.
Leider hatte ich noch keinen solchen EQ zur Verfügung.
Ich denke aber auch, dass hier Sättigungserscheinungen (wie bei ÜTs) eine Rolle spielen.
Was hältst du (und die Mitleser) von der Behauptung EQs mit Spulen drin klängen besser als die mit Gyrator.
Manley baut ja z.B. den Massive Passive EQ. Und ich denke nicht das der schlecht ist.
Leider hatte ich noch keinen solchen EQ zur Verfügung.
Ich denke aber auch, dass hier Sättigungserscheinungen (wie bei ÜTs) eine Rolle spielen.
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rackerlui
Re: Nachtrag
acdc ohne röhre ? sowas kann nicht funktionieren.
ich verweise auf mein posting weiter oben.
gruß
ich verweise auf mein posting weiter oben.
gruß
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Rainer
Re: Nachtrag
Warum nicht? Was spricht physikalisch für die Röhre?
Man kann heute alles was man - zumindest im NF-Bereich - mit Röhren realisiert hat auch mit Halbleitern realisieren. Laß doch mal die Psychologie weg. Irgendwann ist sowieso Schluß mit Röhren, da werden nämlich keine mehr hergestellt.
Grüße
Rainer
Man kann heute alles was man - zumindest im NF-Bereich - mit Röhren realisiert hat auch mit Halbleitern realisieren. Laß doch mal die Psychologie weg. Irgendwann ist sowieso Schluß mit Röhren, da werden nämlich keine mehr hergestellt.
Grüße
Rainer
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rackerlui
Re: Nachtrag
hi,
ich habe von halbleitern keine ahnung, aber die röhre hat im gegensatz zum transistor eine andere kennlinie und eine andere obertonstruktur mit geradzahligen obertönen k2, k4, k6 (harmonische-->röhre & unharmonische-->transistor obertöne).
ebs schrieb dies auch auf seiner homepage.
http://www.sengpielaudio.com/Harmonisch ... rtoene.pdf
sicher kennst du das schon, aber
es geht ja auch darum bestimmte klangcharakter nachzuempfinden, sprich den "vintage" sound zu erzeugen.
aber das hat meiner meinung nach mit digital vs analog nix zu tun.
gruß
ich habe von halbleitern keine ahnung, aber die röhre hat im gegensatz zum transistor eine andere kennlinie und eine andere obertonstruktur mit geradzahligen obertönen k2, k4, k6 (harmonische-->röhre & unharmonische-->transistor obertöne).
ebs schrieb dies auch auf seiner homepage.
http://www.sengpielaudio.com/Harmonisch ... rtoene.pdf
sicher kennst du das schon, aber
es geht ja auch darum bestimmte klangcharakter nachzuempfinden, sprich den "vintage" sound zu erzeugen.
aber das hat meiner meinung nach mit digital vs analog nix zu tun.
gruß
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rackerlui
Re: Nachtrag
ich denke mal, röhren werden erst nicht mehr hergestellt, wenn die nachfrage nicht mehr vorhanden ist.
dazu müsste aber die "krautrocker" fraktion in musikalische rente gehen.

dazu müsste aber die "krautrocker" fraktion in musikalische rente gehen.
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Rainer
Re: Nachtrag
Ungeradzahlige Obertöne sind nicht "unharmonische". Alle Obertöne, die ein ganzzahlig Vielfaches zum Grundton bilden, sind "harmonisch", egal ob geradzahlig oder ungeradzahlig. Unharmonische Obertöne - oder besser Kombinationstöne - entstehen durch Summen- und Differenzbildung von Tönen, denn diese passen nicht in die harmonische Struktur, weil sie nicht ganzzahlig vielfach zum Grundton sind.
Zu Röhren: So weit ich weiß, werden von Deutschen Firmen keine mehr hergestellt, sondern alles was da verwendet wird sind Lagerbestände. In China werden noch welche hergestellt, deren Qualität allerdings bei weitem nicht das erreicht, was von Telefunken oder von Valvo kam. Oftmals sind es nur schlechte Plagiate. Ich würde keine chinesische EL 156 oder EL 34 gegen eine von Telefunken bzw. Valvo austauschen.
MfG
Rainer
Zu Röhren: So weit ich weiß, werden von Deutschen Firmen keine mehr hergestellt, sondern alles was da verwendet wird sind Lagerbestände. In China werden noch welche hergestellt, deren Qualität allerdings bei weitem nicht das erreicht, was von Telefunken oder von Valvo kam. Oftmals sind es nur schlechte Plagiate. Ich würde keine chinesische EL 156 oder EL 34 gegen eine von Telefunken bzw. Valvo austauschen.
MfG
Rainer
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BerndK
Re: Nachtrag
... JJ in der Slowakei (ehemals Tesla) produzieren noch einige gängige Typen (ECC 81 bis 99, EL 84, EL 34, 2A3, ...). Die Qualität (ich habe alle ECC- Typen getestet) ist sehr gut, reicht an alte Lagerbestände (WF, Telefunken) heran. Leider produzieren sie keine NF- Pentoden. Und die China- Ware kann man getrost sein lassen, wenn man nicht 30 von 100 Röhren gleich wegwerfen und weitere 30 ausselektieren möchte...
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ThomasT
Re: Nachtrag
Zumal es heute noch einen dritten Weg gibt, der zwar noch nicht perfekt ist, aber immer perfekter wird: der digitale.
AD-Wandler -> gewünschter Effekt -> DA-Wandler
Und da kann - theoretisch - das Verhalten der Röhre 100%ig realisiert werden.
Ok, nicht 100%ig aber hinreichend genau.
AD-Wandler -> gewünschter Effekt -> DA-Wandler
Und da kann - theoretisch - das Verhalten der Röhre 100%ig realisiert werden.
Ok, nicht 100%ig aber hinreichend genau.
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